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An- und Ablegen als Einhandsegler

Anlegen, Ablegen und anderes, was mit 4 bis 6 Händen einfacher aber nicht unbedingt besser geht...

Moderatoren: Lothar, Markus

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An- und Ablegen als Einhandsegler

Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 13:41

von Justin Bach: (von der Red. übertragen)

Es wurde wohl schon an vielen Stellen diskutiert, aber in der Regel nur als Teilaspekt. Daher...
Wie stellt Ihr als Einhandsegler das an? Ich habe an meinem Liegeplatz Sorgleinen gespannt, aber was mache ich in fremden Häfen? Ich kann nicht gleichzeitig mit der Maschine aufstoppen und währenddessen die Bugleinen belegen, oder doch?

Ju

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 13:41

von Jens: (von der Red. übertragen)

Tja, das würde mich auch interessieren... hat da denn keiner Ahnung?

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 13:42

von Jürgen: (von der Red. übertragen)

Eindampfen in die Achterleinen. Bei der Einfahrt in die Box die Achterleinen über die Poller, an Deck fest und soviel Gas geben, dass sich das Schiff ausrichtet. Dann hast Du alle Zeit der Welt.

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 13:43

von Einhand: (von der Red. übertragen)

Hallo Ju,
in der Tat stellt das Anlegemanöver ein Problem dar. Beim Ablegen sieht es schon viel freundlicher aus, da ich dann ja fest bin und kontrolliert die Verbindung lösen kann. Im Regelfall versuche ich mich durch auf Slip gelegt Leinen bis zu den Dalben zu ziehen und dort fest zu machen. Ich kann dann auch alle Leinen, die zu diesem Zeitpunkt nicht mehr gebraucht werden bereits verstauen. Erst dann starte ich die Maschine, ich verlasse den Hafen aber erst, wenn auch die hinteren Festmacher an ihrem Platz sind. Das heißt bei mir nicht in der Backskiste, sondern bereit für das erneute Anlegemanöver unter dem Sitzkissen.
Beim Anlegen ist bereits die Auswahl des Liegeplatzes entscheidend.
Sehr hilfreich ist eine Wurfleine ( Sandsack mit 30m dünner Leine) durch die es viel einfacher ist, eine Leine zum Steg zu kriegen.
Insgesamt gilt : Ruhe bewahren. und wenn es mal nicht so gut klappt, schau Dir einfach die meisten Vielkopfcrews an, wie schlecht die manchmal sind - und schon gehts Dir besser.

Grundsätzlich ist die Fragestellung aber sehr interessant, ich hoffe, daß sich hier einige Einhänder beteiligen. Ich habe des öfteren über Methoden gelesen, durch eine Leine am Dalben und entsprechendes Ruderlegen unter Maschine kontrolliert zum Steg zu kommen. Diese Dinge endeten bei mir immer im Chaos. Wer kann es besser?
Gruß Einhand

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 13:43

von Johannes: (von der Red. übertragen)

feste Regeln gibts bei mir nur eine und die gilt für mich immer: LANGSAM. Da hab ich auch Zeit meinen Kopf zu gebrauchen. In ungemütlichen Situationen schrecke ich auch nicht zurück, die Tankstelle oder was ähnliches längsseits anzulaufen und mir den Tankwart oder einen Marinero an Bord zu winken. Einhand an- oder abzulegen war für mich so nie ein ernsthaftes Problem. Wichtigste Regel für mich: siehe oben

Gruss Johannes

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 13:44

von Peter Blake: (von der Red. übertragen)

Also langsam ist zweifelsohne das Zauberwort. Wieviele Deppen meinen mit Volgas ginge es Besser ist oft nich nachvollziéhbar. (Ich meine hier aber weniger die Einhandsegler.)
Anlegen alleine bei wenig wind stellt eigentlich für jeden kein Problem dar. Was aber wenn es richtig kachelt. Ruhe bewahren und alles durchdenken. Vor allem "Less is more". D.h. zur not einfach vorvorsichtig mit dem Bug an einem Dalben oder Poller festmachen. Oder wenn man schon am Ufer festmachen will, dann mitschiffs wie ind er Schleuse eine Leine festmachen und über eine Klampe oder einen Poller werfen. Quasi in die Spring dampfen. Wobei unter Dampfen gefühlvoller Vorwärtsschub gemeint ist. So kann man dann in Ruhge bei laufender Maschine den Rest festmachen. Klappt super, einfach ausprobieren. Übrigens erst recht in der Schleuse. Selbst wenn ich mit crew unterwegs bin mache ich oft so in der Schleuse zunächst fest.

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 13:44

von Grigio: (von der Red. übertragen)

Hallo Single`s,
nach einigen Jahren alleine oder mit Mini-Crews (1m + 1w)
1. erst denken - dann handeln
2. learning by doing
Gruß
Grigio

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 13:45

von Capt. U: (von der Red. übertragen)

Ahoy Short-Hands:


Auch ich bewege oft (ohne Crew) unser Segelschiff (46`) fuer einen Kuestentrip. Ueber die Zeit haben sich ein paar "Regeln" herausgestellt:

1. Docking:
Ich docke unser Boot rueckwaerts in den Slip (Transom Entry). Zwei Compontenten sollest du immer in Betracht ziehen: Wind und "Radeffekt". Beides kannst du fuer dich nutzen. Beim Rueckwaertsfahren schwingt dein Boot nach links (portside).
Trick 1:
Beim parellel Docken an einem Fueldock versuche ich das Dock auf meiner Portside zu haben. Mit etwa 2 knts laufe ich das Dock vorwaerts an. Ich bringe das Boot mit etwa 2 Fuss Abstand zum Dock zum Spot, wo ich Docken will. Mit einen kurzen, intensiv Rueckwaerts-Schub stoppe ich das LANGSAME (1.5 knts) Boot. Die Left-Turning-Tendency schwingt mein Schiff sanft ans Dock, sodass ich easy docken und leinen kann.
Trick 2:
Beim Docken ins Slip beachte ich den Wind. Optimal ist es, wenn du GEGEN den Wind dein Slip anlaufen kannst (vorwaerts oder rueckwaerts). Meistens laufe ich ich mein Slip vorwaerts an (LANGSAM, 2 knts). Vor meinem Slip (wie vor einer Garage) beginne ich meinen Turn nach rechts (starboard). Ich lasse das Boot 80% des Turns vollenden, bevor ich mit einem kurzen, intensiven Rueckwaerts-Schub mein Boot stoppe, meinen Turn duch die "Left-Turning-Tendency" vollende und mein Schiff exact am Ende des Turns anfaengt rueckwaerts zu laufen. Wichtig hier ist, dass du den Wind nun von hinten hast. Dieser Wind hilft, dein Boot paralell zum Dock auszurichten. Alle Leinen haengen lose ueber deine Reeling. Auch wenn du nun nicht sooo optimal ins Slip kommst, kannst du einfach aufs Dock springen und dein Schiff ins Slip ziehen (LAAAANGSAM!). Natuerlich hast du auch an den Fender im Transom gedacht =;->, damit der Docking-Bang nicely abgefedert wird.

Well, I know ... Das alles ist schwer vorzustellen. Zeichne einfach mal das Manuver auf und ich denke, es macht Sinn fuer dich.

Einen Tip habe ich vergessen:

Ueben, ueben, ueben =;-> Und lasse dich absolut nicht von den Dock-Gaffern be-eindrucken. Deren Lacher war der Crash von gestern, wenn sie ihr eigenes Boot ins Dock rammten. Also. Nimm` dir Zeit, lerne dein Boot "in-und-auswendig". Und alle kritischen Manuver S-L-O-W-L-Y!!

Cherioh
Capt. U

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 13:46

von Thorsten (Klotzfisch): (von der Red. übertragen)

Moin,
Vom Prinzip her genauso wie Caipten U aber da ich einen kurzen Kiel habe weiß ich in etwa wie weit mich der Wind wegdrückt
Einfahren in die Box ( außenborder Innenborder gestalten das komfortabler )
auf die Box zufahren ohne Schub nur standgas damit ruderwirkung bleibt.
Gegen dden wind anfahren und distanz Bug / Pallen ca. 3/4 Schiffslänge längsseits ( weil wenn mehr werde ich vom wind ca. 6 Bft. weggedrückt ) Dann Ruder Volleinschlag wenn ich den letzten Pallen auf Höhe des Mastes habe Wind und deer evtl leicht gesteigerte Schub hält Booot auf Kurs ( Aber nur ganz kurz Gas geben, damit Ruderwirkung bestehen bleibt. Dann achterleine klarmachen auf Slip um den Palllen rum und Schiff zusammen mit Schraube rückwärts ( leicht ) abbremsen . Radeffekt der Schraube bringt das "schräggestellte" Schiff wieder auf geraden Kurs und bremst gleichzeitig .

Anlegen am Pier bei 7 Bft ( so sind meine bisherigen Erfahrungen )
gegen den Wind ich fahre im Winkel ca. 30 Grad auf den Pier langsam zu und habe max nur noch Standgas bis leichte Fahrt eingestellt ( so das immmer genügend Ruderwirkung da ist, aber die untere Grenze ) Wenn ich mit dem Vordeck kurz vorm anschlagen bin ( ca. 0,5 m ) gebe ich Rückkwärtsschub und ( vorausgesetzt ich lege Steuerbord an ) das Heck wird an dden Steg gedrückt Leine über und hinterher auf den Steg.
Leine wird ( weil kein mittelklampe ) auf dem Vordeckfestmacher mit nem Palstek rübergelegt und nach achtern geführt .
Festmacher besteht aus einem Festmacher plus einem zweiten dderlose mit plastek über den ersten "laufen" kann )
Über die Klampe achtern gelegt und anschließend vom Steg aus zum Bug mit einer zweiten Leine die mit einem Palstek an dem Festmacher läuft. vorne festgemacht.
Mit diesem "provisirium" habe ich das Schiff vom Steg unter kontrolle und kann in ruhe die Spring legen und richtig festmachen
Wenn ich auf der Backbordseite festmachenn muß ist der anfahrtwinkel noch flacher und langsamer da der Radeffekt mich vom Steg wegziehen würde.
Wie Caipten U schon schrieb.
aufstoppen mit leichtem Rückwärtsschub ( also mehr ein ausgleiten )
und richtig zum stehen komme ich am liebsten wenn ich nen Pollerzum abstoppen mit dem ´Festmacher habe.
Hmm tja und so mache es immer
Das wichtigste ist und da kann ich mich Caipten U nur annschließen das eigene Boot gut zu kennen wann wird der Bug weggedrückt wieviel abdrift habe ich wenn der Wind seitlich einfällt und so weiter.
Wie Stark ist der Radeffekt, wie gut kann ich aufstopppen..
kostet mal ein bischen Zeit macht aber einen ruhigen und klaren Kopf.
Und nicht durch Gaffer irretieren lassen die sind neidisch weil sie es nicht so gut könnnen.

Handbreit

der festgemachte Klotzfisch

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 13:46

von Raymond: (von der Red. übertragen)

Hallo Einhänder,

da sind ja viele praktische und theoretische Tipps. Aber die Besten sind, meiner häufigen Einhandsegelei entsprechend, wohl ebenfalls die mit der "Ruhe", dem "Langsam" und der wohl VORHER überlegten Manöver. Ich erlaube mir den vielen Profis noch zwei vom Praktiker hinzu zu fügen:

Traut Euch endlich mal, verpatzte Manöver frühzeitig abzubrechen und noch einmal sorgfältig und genauer anzulaufen. Je präziser ich mein vorher geplantes Manöver fahre, desto mehr Zeit habe ich für die einzelnen Handgriffe und schone meine Nerven. Die "Lächler" für meinen Abruch haben sicherlich viel mehr Schrammen am Boot als ich...

Man sollte besonders jetzt im Herbst oder im Frühjahr die leeren Häfen nutzen, um besonders seitliche Winde ohne Nachbarlieger ausgiebig zu üben: welche Bewegungen macht das Boot im nahezu Stillstand? Welche Radeffekte gibt es bei welchem Schub? Wie fange ich Querbewegungen wieder auf und wieviel Leinenzug kann ich überhaupt "händisch" auffangen?

Sollte nicht überheblich klingen - nur mein bescheidener Senf zu einem Thema, was viel Spass macht!

Beste Grüße

Raymond

ps: Capt. U.: der backwards-Radeffekt in Europa geht üblicher Weise nach starboard wegen port-wise prop. Anyway best regards from CDN - temp Germany!

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 13:47

von Rheinsegler: (von der Red. übertragen)

Hallo Einhandsegler,

der Ratschlag mit "immer ruhig und langsam" ist ja ganz nett. Meine Erfahrung zeigt aber, daß bei höheren Windstärken (etwa ab BFT 6) langsam nicht mehr geht, weil die Abdrift durch Wind zum entscheidenden Problem beim Anlegen wird. Speziell in dem engen Hafen, in dem mein Boot liegt, hilft dann nur noch folgendes:
Mit ausreichender Geschwindigkeit in die Box und dann aufstoppen. Das muß dann alles superpräzise gehen sonst knallt es.

Gruß

Rheinsegler

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 13:47

von hoevel: (von der Red. übertragen)

Hallo,

viel Erfahrung habe ich auch nicht, aber durch Schleusen bin ich
öfter einhand gegangen. Da habe ich immer nur mit einer Mittelspring
festgemacht.Da brauche ich nicht zwischen Bug und Heck hin- und
zurück rennen. Die Spring von der Mittelklampe um Poller und
zurück auf Klampe mit Slip.
Was meinen die Profis dazu?

hoevel

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 13:48

von j-b: (von der Red. übertragen)

hi,
das ist alles eine sache der planung, bzw. der vobereitung.
bei der einf. in eine schleuse wird die achterleine und lange vorspring (bei viel ablandigem wind) mit einem fanghaken in einen ring /poler fixiert, damit kann man herrlich aufstoppen und das boot press an die mauer legen (eindampfen).
nun kann man in aller ruhe auf dem vorschiff die vorleine bedienen.
ein anderes thema sind anlegemanoever in haefen:
1. wind vierkant auf den steg: parallel zum steg aufstoppen, man treibt automatisch auf. (lange vorleine bis ins cokpit mitnehmen, mit vor-und achterl. von board, belegen)
2. wind ablandig: vorleine (lange achterleine bis nach vorne) bereitlegen, langsam aufschiesser in richtung steg, mit vor- und achterl. auf den steg, vorleine fest und das boot an der langen leine an den pier/steg ziehen.
ich bin gerade mit meinem boot (29 ft) in portugal, von hamburg aus und natuerlich einhand.
viele windige gruesse, jan.

p.s. manch ein segellehrer bildet auch im einhand-segeln aus. interesse?

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 13:49

von Tilo: (von der Red. übertragen)

das kenne ich, da ich mit meiner 8-Meter-Yacht auch meistens einhand segle, das ist dreimal mehr Hantier. Aber wenn Du Dir vorher immer genau überlegst, was und in welcher Reihenfolge Du es tust, gelingt fast jedes Manöver. Auch, wenn es nicht immer elegant aussieht.

Allgemein hilfreich ist, wenn die gesamte Segelführung vom Cockpit aus möglich ist. Mindestens Großschot, Traveller und Fockschoten müssen vom Platz am Ruder bedienbar sein.

Gut, ich versuche mal, die wesentlichen Manöver beim An- und Ablegen zu beschreiben:

Ablegen aus der Box:
mache ich, wenn ich alleine bin, eigentlich immer unter Maschine.

Wind nicht von achtern:
Starten der Maschine.
Fieren der Vorleinen, bis Lee-Heckpfahl in Griffweite.
Lösen der leeseitigen Achterleine, so auf den Pfahl legen, daß Du sie beim Reinfahren leicht aufnehmen kannst und sie nicht in die Schraube kommt. Ein Aluwinkel am Pfahl hilft. Ansonsten einholen.
Wieder nach vorne ziehen.

Wind von vorne:
Maschine in minimale Vorausfahrt. Dann hast Du keinen Streß.

Wind von der Seite:
Maschine in minimale Vorausfahrt und volles Luv-Ruder. Das verhindert das Abdriften des Bugs.

Vorleinen lösen, zusammenknoten und auf den Steg werfen. Verbleiben dort. Sonst vorher auf Slip legen und einholen.

Nun nach achtern driften lassen oder an der Luv-Heckleine nach achtern ziehen. Leine wie oben lösen, am Pfahl sichern oder einholen. (Wenn Wind von hinten, beide nacheinander, evtl. Maschine leichte Rückwärtsfahrt zum Halten, aber Ruder/Pinne gegen Umschlagen sichern.) Fender an Bord ziehen.

Das alles ohne Maschine: genauso, nur dass Du bei Wind von vorne verdammt schnell an die Heckleine springen mußt. Je nachdem, wie herum Du nun an den Pfahlreihen entlang rauswillst, lässt Du eine Achterleine als Spring draußen, mit der drehst Du Dich um den entsprechenden Pfahl. Mit der kannst Du Dich auch immer wieder an die Pfähle zurückholen, wenn Du beim Entlanghangeln malabdriften solltest. Hier hältst Du erstmal an (evtl. Vorleine über 2. Pfahl) und ziehst die Segel hoch (falls Du nicht vorher schon genug Platz für zumindest das Vorsegel hattest). Mit 2 Leinen kannst Du Dich auch langsam an das Ende der Pfahlreihe verholen, bis Du vernünftig Segel setzen kannst.

Wenn ich vom Steg weg bin, ziehe ich meistens das Ggroßsegel zuerst hoch, da das Boot mit der Maschine leicht gegen den Wind gehalten werden kann. Mein hydraulisches Ruder kann ich dabei loslassen, ansonsten, insbesondere die Pinne, festsetzen oder -laschen. Ähnlich beim Vorsegelsetzen.

Anlegen in die Box:
Starten der Maschine. Evtl. Festsetzen von Ruder/Pinne.
Einholen des Vorsegels. Stagsegel an der Reling festbändseln.
Vorwärtsgang, gegen den Wind. Einholen des Großsegels, behelfsmäßig festbändseln.
Fender an die Reling, innenbords legen.
Wenn keine Leinen in der Box, dann Leinen vorbereiten und auf die Klampen.

In die Box einlenken, soweit reinfahren, bis der luvseitige Heckpfahl in Reichweite. Bei zu viel Fahrt aufstoppen. Heckleine (evtl. mit Bootshaken aufnehmen) festmachen. Wenn kein Wind, dann gleich beide Heckleinen, sonst die Leeseite erstmal auslassen.

Nun kleine Fahrt voraus. Bei Wind von vorn oder von der Seite Maschine als Helfer benutzen (weiter auf kleine Vorausfahrt und so lassen, bis Vorleinen belegt. Bei Wind von der Seite volles Luvruder, das holt (langsam) den abgedrifteten Bug zurück in die Mitte. Fender raus. Mit dem Bootshaken evtl. am Nachbarschiff (Fußreling, Wanten, nicht an den Relingsdurchzügen) den wegdriftenden Bug während des Gangs auf das Vorschiff zurückholen. Mit dem Bootshaken die Vorleinen vom Steg aufnehmen. Schnell belegen, um evtl. wieder nach hinten zu sprinten, weil die Heckleine zu lang belegt (Markierungen helfen hier). Wenn keine Vorleinen am Steg, Heckleine so weit fieren, daß Du mit der Vorleine auf den Steg springen kannst.

Nun Maschine abstellen. Vorleinen fieren, nach hinten verholen und die 2. Heckleine festmachen. Wieder nach vorne ziehen und Vorleinen belegen. Anlege-Schluck und/oder -Zigarette.

Führungsleinen zwischen den Pfählen machen das Ganze erheblich einfacher, da das Boot nicht zur Seite wegdriften kann.

Anlegen längs am Steg:
Mache ich unter Segel nur, wenn ein ordentlicher Aufschiesser möglich ist. Vorher schauen, wo und wie Du anlegen möchtest. Fender raus und Vor-/Achterleine auf die Klampen. Ende der Vorleine mit nach hinten nehmen. Vorsegel einrollen oder einholen und auf der seeseitigen Seite festlaschen. Aufschiesser entweder durch Fallenlassen oder Ausrauschenlassen des Großsegels. Bei auflandigem Wind Aufschiesser parallel zum Steg, der Wind drückt Dich dann ran. Mit beiden Leinenenden an Land springen, eine Leine (Luv, meist vorne) sofort irgendwie und irgendwo belegen (einfach ein paar Rundtörns reichen meist erstmal), dann die andere Seite belegen. Nun wieder zur ersten Leine und dann immer hin und her, bis das Schiff ordentlich liegt. Sieht bescheuert aus, aber ich würde nie das Schiff mit beiden Leinen in der Hand halten, wenn ablandiger Wind herrscht.

In allen anderen Situationen unter Motor anlegen. Sonst wie oben.
Bei ablandigem oder vorlichem Wind kann der Motor beim Festmachen wieder helfen: in kleiner Fahrt lassen und volles Luv-Ruder. Hier ist natürlich die der Fahrt entgegengesetzte Seite zuerst und gut zu belegen.

Ablegen vom Steg:
Für mich das schwierigste Manöver, wenn auflandiger Wind und nach vorne und hinten kein Platz. Vorher genau überlegen, welche Leinen in welcher Reihenfolge einzuholen sind. Unter Segel nur bei ablandigem Wind, sonst Motor an.

Hier gibt es je nach Situation und Wind verschiedene Möglichkeiten.

Meistens wird das Boot vom Steg aus abgedrückt, und ihm dabei Schwung in die gewünschte Fahrtrichtung gegeben, mit der letzten gelösten (!) Leine in der Hand springst oder gehst Du dann an Bord. Bug und Heck können vorher mit einem kräftigen Tritt seewärts gelenkt werden. Entsprechend Fender nach vorne oder hinten! Wenn es geht, Richtung Wanten springen, denn da kannst Du Dich festhalten. (Wenn kein oder kaum Wind ist, geht das natürlich eleganter, dann gehst Du mit einem Fuß auf den Decksrand und drückst Dich mit dem anderem Fuß vom Steg ab.)

Bei auflandigem Wind löst Du alle Leinen bis auf eine Spring (auf Slip!) und gehst vor dem Ablegen an Bord. (Denke an die Fender auf der losen Seite.) Nun kannst Du in die Spring eindampfen und damit (meistens wohl) das Heck vom Steg wegbringen. Spring einziehen und rückwärts wegfahren.

Bei Wind von vorn probiere ich selber noch an einem Rezept. Zwei Möglichkeiten: Vorleine als letztes lösen, Boot abdrücken und draufspringen. Oder: an Bord gehen und Achterspring als letzte Leine einholen, nachdem der Bug herumgekommen ist (Vorsicht, das kann verflucht schnell gehen). Bei beiden Möglichkeiten kannst Du wieder den Motor in kleiner Vorausfahrt als Helfer gegen den Wind einsetzen.

Wichtig beim Abdrücken vom Steg aus: Halte immer eine letzte Leine in der Hand! Wenn Du nämlich in den Bach fallen solltest, kommst Du sonst evtl. nicht mehr ans und ins Boot zurück.

Natürlich liegt der Bootshaken bereit, damit Du Dich notfalls von anderen Booten wegdrücken kannst oder bei einem verpatzten Manöver dich wieder an ein anderes Boot längsseits holen kannst.

GEnerell mußt Du zum Segeleinholen einen Kringel mehr fahren und etwas mehr auf freien Raum dabei achten. Das Ruder/die Pinne müssen dabei festgesetzt werden, wenn Du aufs Vorschiff musst. Und Du darfst keine Hemmungen haben, dass Anlege-/Ablegemanöver schon mal sehr unelegant aussehen. Zumindest für Landratten und den, der selber nicht einhand segelt. Ich habe selber so manches Manöver dabei schon verpatzt, aber dann wiederhole ich das und überlege mir, wie ich es richtiger machen kann. Ach ja: ich bin sehr froh, dass ich eine ordentliche Scheuerleiste am Boot habe. Hilft ungemein, wenn ich mal schräg zwischen die Pfähle komme.

Schleusenerfahrung habe ich einhand bisher nicht. Aber auch hier kannst Du den Motor als helfende Hand einsetzen, der Dich gegen Wind und Strömung halten kann.

Beim Ankermanöver hole ich zuerst das Vorsegel ein, damit ich Platz auf dem Vorschiff habe. Dann fahre ich den Aufschießer unter Groß, löse die Schot, springe nach vorne und lasse den Anker runter, während das Schiff sich wieder rückwärts in Bewegung setzt (Ruder/Pinne vorher festsetzen). Bei passender Kettenlänge belege ich diese, gehe wieder nach hinten, halte das Groß back, um den Anker so einzufahren. Geht natürlich auch einfacher unter Maschine. Da das einhand etwas mehr Zeit benötigt, braucht man mehr Platz um sich herum als sonst.

Einen Anleger mit dem Heck zum Steg unter Buganker habe ich bisher auch noch nicht gefahren, das hebe ich mir mal für eine Gelegenheit auf, wo ich das in Ruhe üben kann. Und das wird wohl kaum ohne Maschine gehen.

Immer eine Handvoll Fender an der Bordwand

Tilo

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 13:50

von Eastsailor: (von der Red. übertragen)

Ob beim Anlegen, Ablegen oder Schleusen, man bekommt es eigentlich auch mit viel größeren Booten allein hin wenn man von einem wesentlichen Grundsatz ausgeht: ES GIBT IMMER NUR EINEN WESENTLICHEN FESTMACHER und der geschickte Einsatz des Motors dazu bringt dich überall ran und weg. Alle anderen Festmacher sind dann später ganz in Ruhe nach und nach anzubringen. Wie gesagt immer nur EINER ist existenziell, die Kunst besteht jetzt darin beim Einlaufen in den Hafen für sich an Hand des Windes und der Gegebenheiten festzulegen welcher der EINE ist. Den EINEN dann nicht richtig plaziert zu bekommen heißt immer noch mal von vorn aber in Ruhe, nichts erzwingen was das Boot eh nicht kann (gibt fast immer Bruch). Als kleinen Tip noch um den richtigen EINEN in der Backskiste zu finden, er sollte möglichst min. doppelte Bootslänge haben und irgendwo in Luv angeknüppert werden, ob Vorn, Mitte oder Hinten an Steuer- oder Backbord entscheiden die Gegebenheiten. Am besten möglichst viele unterschiedliche Situationen bei beherrschbaren Bedingungen üben und dabei immer den EINEN ermitteln.

Getreu dem Motto der Highlander: ES KANN NUR EINEN GEBEN

MfG Eastsailor

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