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Groß bergen

Anlegen, Ablegen und anderes, was mit 4 bis 6 Händen einfacher aber nicht unbedingt besser geht...

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Groß bergen

Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 13:59

von DirkJ: (von der Red. übertragen)

Sagt mal liebe Einhandsegler und -innen,

wie macht ihr das eigentlich mit dem Bergen des Großsegels, wenn es sich um ein ganz normales Großsegel mit Mastrutschern handelt und ihr auch keine Lazy-Jacks habt? Ist bei uns schom zu zweit immer sehr unangenehmen. Aber allein???

Handbreit
Dirk

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 14:00

von Klaus: (von der Red. übertragen)

Nun Dirk, ob zu zweit oder einhand unterscheiden sich die Arbeitsgänge nicht sehr.
Es kommt darauf an, unter welchen Bedingungen Du das Groß bergen willst (z.B. ruhigem Wetter vor der Hafeneinfahrt oder bei Starkwind zum Reffen oder Bergen).
Bei kräftigem oder böigem Wind finde ich es vorteilhaft, erst die Maschine zu starten und dann in den Wind zu gehen, Kurs mit Autopilot halten,
Großschot dichtholen. Dann Segel runter und am Großbaum festbinden (Funktionalität geht vor Schönheit !!).
Bei leichten Wind geht es auch ganz gut ohne Maschine aber mit Fock hoch am Wind.
Wenn Du zu zweit und ohne AP unterwegs bist, sind die Arbeitsgänge fast identisch, gehen nur etwas schneller. Der Rudergänger wird Dir dann auch nicht viel helfen können.
Segelmanöver allein sollte man ruhig öfter mal üben. Ist auch eine Frage der Sicherheit, denn der/die Mitsegler könnten immer mal plötzlich ausfallen (Seekrankheit etc.)

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Beitrag von ugies » 16. Dez 2002, 14:00

Hallo Dirk,

Klala hat es schon geschrieben, Motor an, unter Autopilot genau gegenan, Großfall loswerfen, Großschot mittschiffs ganz dichtholen und das Segel auf dem Baum zusammenlegen und festbinden. ( Hier in der warmen Stube klingt das alles so leicht ) Wichtig ist vor allem Deine Sicherheit, Lifegurt einpicken!!!!!!!

Gruß, Uwe und ich habe immer wieder Freude an meinen Einhand-Touren.

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 14:01

von Maremosso: (von der Red. übertragen)

Ich mache das immer mit AP unter Maschine. Ich finde, die Maschine muss immer mitlaufen - Pflicht!
Natürlich fahre ich auch Lazy-Jacks.

Gruß
Marcus

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 14:02

von Jürg (VirginWood): (von der Red. übertragen)

...und immer genügend Gummistrapse dabei haben,...damit kann man das wildgewordene Groß erstmal bändigen bevor es "schon" verpackt wird .
Ohne Lifebelt hätte es mich schon so 1-2 mal weggefegt !!!
_________________
Gruß Jörg
SY VirginWood

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 14:02

von Klaus: (von der Red. übertragen)

Ja, trotzdem sollte man das Reffen/Bergen auch mal ohne Maschine üben (möglichst, wenn man nicht gerade allein ist).
Dann kannst Du natürlich nicht genau gegen den Wind fahren, denn das Vorsegel muß ja noch ziehen.
Wenn man dann das Großfall vom Mast aus betätigt, ist es z.B. schon wichtig, zu entscheiden, auf welchen Bug man geht. Wenn ich am Mast nähmlich auf der lee-Seite stehe, fällt mir das Groß genau auf den Kopft und ich muß mich da erst rausfitzen. Wenn dann noch der Winddruck hinzu kommt, kann's recht unangenehm werden.

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 14:03

von Urs: (von der Red. übertragen)

Nun, als Sportboot-Segler (Starboot) machen wir das etwas anders:

1. Es hat eine Takelboje. Dort anlegen, in aller Ruhe Gross bergen, Fock bergen und unter Paddel in den Hafen.

2. Falls keine Takelboje. Aufschiesser in den Wind, sicherstellen, dass das Grossfall aushängt (Kugelsystem am Mast). Dann mit gesetztem Gross in den Hafen und in letzter Sekunde Segel runter. Mit dem Restschwung in den Platz.

Zugegebenermassen Einhand und bei viel Wind manchmal etwas nervenaufreibend, aber das gehört zum Segeln.

Gruss
Urs

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 14:03

von Jürgen: (von der Red. übertragen)

es geht auch unter Segeln - halbwindkurs mit Vorsegel und Ruder fest - Großbaum ganz auffieren - Groß vor dem Mast stehend bergen - Baum dicht holen - Groß einbinden - Gruss Jürgen

peterk
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Beitrag von peterk » 16. Dez 2002, 14:04

hi,

ich hab da etwas Uebung...

Wichtig ist das bittere(letzte)
Ende des Grossfalls zuerst (oder dauernd)
irgendwo festgemacht zu haben.

Ich stehe beim Mast(ganz knapp dahinter)
und hol die Gross runter so schnell
ich kann(Windmuehlenarme!).

Dann binde ich erstmal den Wust des Segels am Baum
- ebenfalls gleich hinterm Mast -
fest
(das Baendsel trag ich vorher schon um den Hals)
Bei Starkwind ja kein Gummidingsda!

Dann forme ich aus dem unteresten
Meter des Segels ueberm Baum
eine lange Tasche,
in die ich den Rest des Segels reinstopfe
- die Tasche wird dann vom Mast heckwaerts
an den Baum gebunden(gebaendselt)

FESTE wenns blaest.

Auf die Latten aufpassen!

...peter

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 14:04

von Tilo: (von der Red. übertragen)

Dirk, es ist alles schon gesagt, außer:

vergiß nicht, die Dirk vorher durchzusetzen, dann rutschen die Rutscher leichter runter.

Gruß
Tilo

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 14:05

von DirkJ: (von der Red. übertragen)

Danke Freunde,

nochmals Danke. Der Tipp, das Ende des Falls irgendwo zu befestigen, kann Gold wert sein! Wäre ich erst mal nicht selbst drauf gekommen -- erst wenn das Fall dann futsch ist.

Wenn ich euch jetzt richtig verstanden habe, dann holt ihr das Segel erst mal runter auf Teufel komm raus und ohne Rücksicht darauf, ob es auch schön auf dem Großbaum liegt. Der zweite Schritt wäre dann festbändseln und anschließend, falls es die Situation erlaubt, alles aufräumen. Sehe ich das richtig so?

Handbreit
Der Dirk mit der Dirk

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 14:05

von Martin: (von der Red. übertragen)

Hi Dirk,

ich mache es genauso wie peterk; eigentlich immer unter Fock hoch am Wind ( bei jedem Wind ) , dabei Traveller nach Lee und die Großschot FEST ! Die ersten zwei Meter runter muss man zwar richtig ziehen, aber der festgesetzte Baum bietet HALT !
Und immer den lifebelt + schwimmweste angelegt !!!!!
Ein einhandsegler über bord ist ein toter einhandsegler !
( Nach dem Prinzip verfahre ich immer-auch wenn Mitsegler an Bord sind !)
Gruß Martin

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 14:06

von Seamaster: (von der Red. übertragen)

Also - auf Teufel komm raus hole ich das Segel nicht runter. Ich sorge schon beim Runterholen des Segels dafür, dass das Vorliek schön in Falten liegt (immer abwechselnd eine Bucht nach Backbord, die nächste nach Steuerbord), dann fällt nämlich der Rest des Segels schon fast so wie es nacher zusammengelegt wird. Dann kommt das Zusamenlegen auf dem Großbaum und Festbändseln, wobei ich mich von hinten nach vorne durcharbeite. Auf zwei Buchten kommt ein Bändsel. Wichtig ist, dass dabei die Großschot knalleng gesetzt wird, damit der Baum einen nicht von Bord fegt. Als Bändsel benutze ich wegen der Verletzungsgefahr keine Gummis, sondern Bändsel, die unbedingt lang genug (ca. 1,5m) sein müssen; dann kann man sie mit Knoten und Schleife (wie ein Schuh) zusammenbinden. Die erforderliche Anzahl (bei mir 4 Stück) hänge ich mir um den Hals, dann sind sie griffbereit, sind nicht vertüdelt und ich muss nicht in irgendeiner engen Hosentasche kramen.

Anfangs hielt ich das "saubere Auftuchen" für spießig, bis ich dann gemerkt habe, dass dieses Verfahren viel einfacher geht las das "wilde Hineinstopfen" des Segels in eine Segelbucht. Außerdem verknittert dann das Segel nicht so stark.

Noch ein letztes: Man muss zum Bergen (und auch nicht zum Setzen) des Groß nicht in den Wind gehen. Ein Kurs, bei dem der Wind etwas mehr von vorn als querab kommt, genügt, um ein Verhaken des Groß in der Saling/Wanten zu verhindern. Wenn Du allein segelst, kannst Du also das Boot einfach auf einen solchen Kurs bringen (ich nehme an, du hast dafür eine Selbststeueranlage) und das Groß bergen, während das Boot "ganz normal" weiterfährt.

Gruß Seamaster

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 14:06

von Ralf-T: (von der Red. übertragen)

Lehnst Du denn LazyJacks, oder noch besser -Bags prinzipiell ab? Ich hatte früher auf meiner Dyas einen Mordbrassel, bis das Segel halbwegs anständig geborgen war. Trotzdem war es immer irgendwie verknickt. Ging einfach nicht besser einhand.
Jetzt habe ich an der 32er LazyBags und muss sagen, es gibts nichts besseres. Trotz wesentlich größerer Segel ists jetzt ein Kinderspiel. Ich lasse das Segel komplett vom Cockpit aus runter und zupfe nur noch mal ein bißchen am Achterliek. Tasche zu und fertig. Traumhaft. Und das Segel ist perfekt zusammengelegt. Lebensdauer erhöht sich ungemein.
_________________
Dreifingerbreit

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Beitrag von Die Red. » 16. Dez 2002, 14:07

von Tilo: (von der Red. übertragen)

Das mit den Lazy Jacks ist auch eine Frage der Größe des Segels. Bei meinem Minisegel brauche ich die nicht, wenn ich aber 50m² alleine bändigen müßte, dann käme mir so ein System an Bord. (Bequemer UND sicherer ist's aber in allen Fällen!)

Das mit dem Auf-die-Buchten-abwechselnd-rechts-und-links-Achten tue ich i.d.R. auch. Aber wenn es richtig weht, dann wird das Segel einfach irgendwie runtergezogen, dann liegt es eben erst mal in einem wilden Haufen, sch...egal, Hauptsache, ich bin schnell wieder im Cockpit, und auch nur möglichst schnell mit Bändseln so gesichert, daß es nicht auswehen kann. Gerade letzteres ist bei viel Wind ungemein wichtig, da habe ich neulich mal unangenheme Erfahrungen machen dürfen, weil ich nur ein provisorisches Bändsel drum hatte.

Im Hafen ziehe ich das Segel dann, wenn der Wind weg ist, wieder raus und lege es ordentlich zusammen.

Ansonsten ist meine Devise: üben, üben, üben. Ich habe auch mal ein ganzes Wochenende nichts anderes gemacht, als einhand ankern zu üben. Das unter Segeln - da bist Du nur noch am hin-und herflitzen auf dem Schiff.

Und ja, auch wenn ich mich wiederhole, mir ist ausgerechnet im Starkwind der Motor verreckt, da war ich alleine unterwegs, und auf so etwas sollte man vorbereitet sein.

Ich finde, wenn man weiß, daß man auf solche Situationen vorbereitet ist, macht das Einhandsegeln auch richtig Spaß.

Gruß
Tilo

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