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Wie wird Segler mit dem Flugrost fertig?

All die kleinen (oder großen) elektrischen, elektronischen oder auch mechanischen Helferlein, die die Crew (fast) ersetzen können

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johannes
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Wie wird Segler mit dem Flugrost fertig?

Beitrag von johannes » 15. Nov 2003, 17:15

zugegeben, für süsswasser-segler ist das kein thema. seit ich zur garde der blauwasser-freaks gehöre, hält mich der flugrost aber zunehmend auf trab. vom ankerbeschlag bis zur sonnen-zelt-stange bekommen die edlen stahlteile von john's last unaufhörlich hässliche flugrost flecken. das nervt und gibt ne menge arbeit.
die verschiedensten polituren und pflegemittel hab ich schon ausprobiert. das ist mühsam, zeitraubend und hält nicht lange. ich gewann dabei die überzeugung, dass der produktepreis im umgekehrten verhältnis zur wirksamkeit des mittelchens steht. am teuersten und wenig überzeuend war dabei jenes mit einigen m's im hersteller-logo.
am effizientesten gings mit dem topfreiniger-schwamm aus der kombüse. leider hinterliess das ding aber kratzer, wenn man zu stark rubbelte. konserviert hatte ich anschliessend mit wenig wd40 an einem lappen.

nun die frage an die erfahrenen salzbuckel. wie werdet ihr mit diesem problem fertig. gibt's da irgend ein geheimmittel?
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Beitrag von Tamino » 16. Nov 2003, 11:17

Hallo Johannes,
mit der Feststellung von Flugrost bei HR machst Du eine Überzeugung von mir zunichte: Bei meinen Dehler-Yachten hatte ich ständig Flugrost, auf der Moody ist mir das völlig unbekannt (bei gleichen Bedingungen)
Ich dachte , es sei eine Frage der Qualität. Die halte ich aber bei HR für außerhalb jeder Frage. Leider habe ich seinerzeit auch kein Mittel gefunden, daß zufriedenstellend wirkte. Vor einigen Jahren habe ich mal auf der Hanseboot ein Mittelchen bekommen, es aber noch nicht ausprobiert, da ich in 8 Jahren noch nie die Stahlteile behandeln mußte.
Grüße von der Nordsee
Jens

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johannes
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Beitrag von johannes » 16. Nov 2003, 13:22

hallo jens,

danke für deinen beitrag. so spielt halt das leben. an meinen verschiedensten dehler's hatte ich dafür nie den kleinsten rostflecken ;-)
ich hab mich natürlich umgesehen in den marinas. im mittelmeer, hoher salzgehalt, viel wärme und hohe luftfeuchtigkeit haben wohl alle mit diesem problem zu kämpfen. wobei es natürlich ne rolle spielt, wie du dein böötchen segelst. es ist sicher ein unterschied, ob das ganze jahr am steg, oder auch mal bei drei meter welle und 7bf gegenan. so tritt den auch der flugrost bei mir nicht nur an den reelingstützen und am bugkorb, sondern ausnahmslos an sämtlichen beschlägen, blöcken etc auf. und da stehen überall erstklassige namen drauf. das ist also mit sicherheit kein hr qualitäts-problem.
mich interessiert halt einfach, wie andere segler das thema möglichst gut und günstig in den griff bekommen.
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Beitrag von Cyrus » 18. Nov 2003, 01:06

In der Adria hilft nichts anderes als die Niroteile mit Frischwasser abzuspülen oder abzuwischen.... und das nach jedem Törn.

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Beitrag von johannes » 18. Nov 2003, 15:44

was dann unter dem begriff "vorbeugende wartung" läuft. ein probates vorgehen in revieren mit genügend süsswasser. was aber am mittelmeer nicht überall der fall ist.
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Beitrag von johannes » 22. Nov 2003, 22:48

eine segelfreundin, der ich mein flugrost-problem klagte, zeigte mir einen "polierstein" mit dem sie ihre chromstahlspüle in der küche blank hält. das ist eine steinharte, weisse masse in einer chromstahldose. wenn man einen feuchten schwamm einige zeit an dem stein reibt, wird er seifig. mit dem seifigen schwamm kann man nun problemlos und effizient chromstahl und kunststoffflächen polieren. wenn man die flächen anschliessend mit wasser abspült, perlt dieses ab.
ich glaube mich zu erinnern, dass an der boot jeweils auch so ein polierstein für die bootspflege angeboten wird.
frage an die ein- und mehrhänder: kennt jemand diesen "polierstein"?
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Beitrag von Sailor19 » 23. Nov 2003, 09:46


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Beitrag von johannes » 23. Nov 2003, 11:14

vielen dank, segler.

du hast mir wirklich geholfen. ich hatte keine ahnung, dass diese poliersteine offensichtlich ein allerweltsmittel sind. hatte ich vorher nie im einsatz gesehen. auch an der boot hat mich so was nicht interessiert.

jetzt wäre nur noch interessant zu hören, ob jemand damit am boot gute erfahrung gemacht hat und um wlches produkt es sich dabei gehandelt hat. ich freue mich auf weitere reaktionen.
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Beitrag von Sailor19 » 23. Nov 2003, 18:50

ich habe einen damals bei einer Frau mit so nem Mobilen Stand vor dem Supermarkt gekauft Marke kann ich gleich mal nachgucken das Zeug ist echt gut habe damit Relingstäbe, Aussenborder Schaft(ganzes Jahr im Wasser ohne AF nur mit Melkfett :oops: ) etc. gereinigt ging alles Mühelos Sauber sogar der Aussenborder wo ich sonst mit Schwam und Seife sehr lange für gebraucht habe. Wie das mit Flugrost ist kann ich dir leider nicht sagen da ich Leider nicht im Salzwasser liege und kein Flugrost habe.

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Beitrag von johannes » 25. Nov 2003, 20:05

hallo segler,
da bei uns zur zeit herbstmesse ist, hab ich mich dort mal umgeschaut und wurde auch fündig. zuhause in der küche musste der chromstahl bereits mal als testobjekt dienen. die ergebnisse sind so ermutigend, das ich den 2. stein definitiv in mein reisegepäck gesteckt hab. wenn ich den versprechungen der verkäuferin glauben darf, wird sich zu weihnachten das hafen wasser an johns last spiegeln und nicht wie bisher, umgekehrt. :D
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Beitrag von Sonnensegler » 16. Sep 2004, 11:34

johannes hat geschrieben: die ergebnisse sind so ermutigend, das ich den 2. stein definitiv in mein reisegepäck gesteckt hab. wenn ich den versprechungen der verkäuferin glauben darf, wird sich zu weihnachten das hafen wasser an johns last spiegeln und nicht wie bisher, umgekehrt. :D
Und wie war der Erfolg John ?
Ich poliere noch ganz herkömmlich - für ein halbes Jahr, mind aber ein paar Monate ist dann meist "Ruhe", aber nichts destotrotz viel Arbeit in jede "Ritze zu gehen"

Gruß
Jochen

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Beitrag von johannes » 16. Sep 2004, 23:00

hallo jochen,

das zeugs ist gut und preiswert. zu bemerken ist allerdings, dass der reinigungseffekt besser ist, als der konservierungseffekt. mittlerweile gehe ich aber am schluss mit einem lappen und melkfett drüber. das hält dann so ein vierteljahr.
allerdings nutze ich mein boot so, dass ich des öfteren auch den baum von einer salzkruste befreien muss. ich habe gutes und teueres material gekauft, fordere das aber bei jeder sich bietender gelegenheit entsprechend. spass am boot habe ich eher bei starkwind, denn beim flugrost entfernen. und das kann man meistens nur als einhandsegler ausleben.
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Beitrag von johannes » 11. Aug 2008, 09:27

nun, 4 jahre später bin ich immer noch überzeugter anhänger der "putzstein-fraktion". das zeugs ist wirkungsvoll und billig. allerdings gibts verschiedene korngrössen. wenn möglich sollte man mit einer feinen version arbeiten. das anschliessende einreiben der behandelten stahlteile mit melkfett, vaseline, wd40 oder ähnlichem verlängert die standzeit ganz wesentlich.
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Beitrag von Loctite » 5. Sep 2008, 01:10

ganz weiche messingbürste , zur konservierung mal im motorradladen fragen nach einem schutzspray für chromspeichenräder. ist natürlich auch nicht für die ewigkeit.

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Beitrag von INK » 6. Mär 2009, 16:10

Als Neuling hier in diesem Forum kenne ich sowohl zur Reinigung, als auch zur Konservierung eine gute Lösung:
Phosphorsäure.
Anlässlich einer Atlantiküberquerung auf einer großen Swan wurden drei Tage vor dem Landfall alle Niro Teile mit Phosphorsäure abgerieben, der Flugrost verschwand tatsächlich. In Deutschland ist das Zeug nicht legal zu bekommen, ein Betreuer von Ecker Yachting hat mir in Marmaris / Türkei so eine Flasche verkauft.
Was wichtig ist: Weder Polyester, noch Teak wird von der Säure angegriffen, nach Anwendung wird mit Süßwasser nachgespült.
Gruß
INK
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