Das Einhandsegler-Forum wurde auf eine neue Forums-Software aktualisiert!

Elektrische Ankerwinch

All die kleinen (oder großen) elektrischen, elektronischen oder auch mechanischen Helferlein, die die Crew (fast) ersetzen können

Moderatoren: Lothar, Markus

Antworten
gibsea106
Stegsegler
Stegsegler
Beiträge: 16
Registriert: 5. Jan 2003, 16:54
Wohnort: A - 1040 Wien
Kontaktdaten:

Elektrische Ankerwinch

Beitrag von gibsea106 » 6. Jan 2003, 12:36

Hi !

Auch kein unwichtiges Teil für Einhänder...

Habe die elektrische Winch nun seit 2 Jahren drauf, und bin ECHT glücklich darüber.
Hinten im Cockpit einen Kipp-Taster für Up/Down, mit Fuß zu betätigen (übrigens meinen Commander (Motorsteuerung) dirigiere ich auch "per pedes", so hat man immer die Hände frei... :mrgreen: )
Die Ankerwinch wird über die Starterbatt (unüblicher Weise ?, halte ich für sinnvoller) angetrieben.

Was noch fehlt sind Metermarkierungen auf der Kette, ich habe vor, die ersten und letzten 3m mit greller Leuchtfarbe anzufärbeln (vielleicht sieht man das dann auch bei Dunkelheit).
Nur die ersten und letzten Meter bunt? Ja, damit ich beim Fieren weiß, wann das Ende der Kette erreicht ist, und beim Ankerauf, wann er da ist, damit er nicht mit voller Wucht ins Buggeschirr donnert. Dazwischenliegende Markierungen sind unnötig.

Ich erinnere mich nur ungern an die Zeiten mit manueller Winch zurück:
- wegen beginnender Rückenschmerzen
- wegen ewigen vor-zurück-Rennens zwischen Steuerstand, Gashebel und Winch
- weil damals meine Winch, ähnlich einer "Marionette", mittels Schnüren "ferngesteuert" war, allerdings nur beim Fieren, nicht beim Aufholen. Das war damals echt kompliziert, hat aber eigentlich funktioniert
Da ist mir die elektrische schon lieber.
- jedes Ankermanöver war echt mühsam, heute liebe ich es, elektrisch zu machen.


Wie sind Eure Erfahrungen mit/ohne elektrischer Winch ?
Ist sie ein "Muß", oder gehts auch ohne ?

Auf Antworten freut sich Martin

Benutzeravatar
Lothar
Moderator
Moderator
Beiträge: 112
Registriert: 16. Dez 2002, 19:49
Wohnort: Lemmer, Nederland
Kontaktdaten:

elektr. Ankerwinsch

Beitrag von Lothar » 6. Jan 2003, 17:48

Hallo Martin, bei Reparaturen sind meistens die Relais und elektrischen Anschlüsse defekt. Sie befinden sich dann in einem "wasserdichten Kasten"im Ankerkasten. Den Relais-Kasten auf jeden Fall ins Vorschiff verlegen, wo es trocken ist. Auch die Motoren sind eine Schwachstelle und werden feucht, wenn sie nach unten in den Ankerkasten hängen.
Gruss
Lothar

gibsea106
Stegsegler
Stegsegler
Beiträge: 16
Registriert: 5. Jan 2003, 16:54
Wohnort: A - 1040 Wien
Kontaktdaten:

Beitrag von gibsea106 » 6. Jan 2003, 18:42

Hi !
Danke, habe die Relais trotzdem im Kettenkasten, wollte doch alle Kabel so kurz wie möglich halten.
Weiter info

Siehe mein Beitrag im "Yacht"Forum, "Gewußt wie", Lofrans Kobra Winch.
http://www.dkverlag.de/yacht/apboard/th ... &BoardID=5
Liebe Grüße von Martin

Benutzeravatar
Lothar
Moderator
Moderator
Beiträge: 112
Registriert: 16. Dez 2002, 19:49
Wohnort: Lemmer, Nederland
Kontaktdaten:

Ankerwinsch

Beitrag von Lothar » 6. Jan 2003, 19:04

Hallo Martin, vielleicht sollte man in den Winschmotor eine kleine Heizung einbauen. Das Problem mit der Feuchtigkeit hat man ja auch bei den Pumpen. Warum kann man nicht Motor und Pumpe trennen? :confused2: Eine Ankerwinsch mit vertikalem Motor, da muß doch das Wasser reinlaufen.
Gruss
Lothar

gibsea106
Stegsegler
Stegsegler
Beiträge: 16
Registriert: 5. Jan 2003, 16:54
Wohnort: A - 1040 Wien
Kontaktdaten:

Beitrag von gibsea106 » 6. Jan 2003, 19:56

Hi !

@Lother, sorry, verstehe kein Wort:

"in den Winschmotor eine kleine Heizung einbauen" ? Heizung ?

"Warum kann man nicht Motor und Pumpe trennen?" ? Welche Pumpe in einer Ankerwinch ? Ist ja eine Elektrische, keine Hydraulische

"Eine Ankerwinsch mit vertikalem Motor, da muß doch das Wasser reinlaufen. " ? Nicht, wenn sie von oben wasser- (nicht luft-) dicht ist.


Ich glaube, ich wurde hier gewaltig mißverstanden; dazu ein Versuch unter der Wasserleitung:


--> Bitte nehmt einen leeren Joghurtbecher
--> Stecht mit einer Nähnadel ein winziges Löchlein in den Boden
--> Dreht ihn um 180Grad, daß die Öffnung des Bechers nach unten zeigt
--> Dreht den Wasserhahn in Eurer Spüle auf und haltet den Joghrtbecher unter den Wasser"Strahl"

-----> Ergebnis bis jetzt: Joghurtbecher bleibt innen (fast) trocken, auf jeden Fall rinnt das Wasser nur durch und unten wieder heraus

--> Jetzt stellt den Becher in eine Schüssel (Becher wie zuvor mit Öffnung nach unten)
--> Und laßt wieder Wasser draufrinnen

-----> Was passiert jetzt? Schüssel füllt sich mit Wasser, Wasser drückt Luft aus dem Becher (Luft entweicht durch das Löchlein), Wasser steht im Becher.


Tja, und so wars bei meiner Winch.
Also habe ich die Schüssel (bei der Winch ist das eben der Deckel) einfach weglassen, und somit rinnt (wenn überhaupt) das Wasser nur durch, bleibt aber nicht drinnen.


Anders bei liegend (horizontal) arbeitenden Motoren:

Falls Wasser eindringt, bleibt es (wenn auch nur einige mm hoch) im Motorgehäuse liegen(Habe es gerade in der Werkstatt mit einer Plastikrolle ausprobiert). Hier müßte an der tiefsten Stelle ein Loch ins Motorgehäuse gebohrt werden, damit das Wasser rausrinnen kann.

Ist aber in der Praxis irrelevant, weil durch Schiffsbewegungen sowieso das Wasser immer "rausgeschaukelt " wird.

Und außerdem glaube ich nicht, daß überhaupt Wasser ins Motorgehäuse eindringt (Kond.-Wasser aber schon).


Ich hoffe, mich verständlich ausgedrückt zu haben .

Liebe Grüße von Martin

Benutzeravatar
Lothar
Moderator
Moderator
Beiträge: 112
Registriert: 16. Dez 2002, 19:49
Wohnort: Lemmer, Nederland
Kontaktdaten:

Feuchtigkeit

Beitrag von Lothar » 7. Jan 2003, 10:16

Hallo Martin,

Ankerwinsch:
Mit dem Loch zum Wasserablauf ist schon eine gute Idee. Aber was ist mit der Restfeuchtigkeit und Kondenzwasser ? Mit der Heizung meine ich, wenn die Ankerwinsch in Betrieb ist, z.B. ein kleines Heizelement am Motor, diesen erwärmt und die Restfeuchtigkeit verschwindet.
Mit dem Motor und Winsch trennen, meinte ich über eine Welle, aber da wird es wohl ein Problem der Kraftübertragung geben.

Bilgenpumpe:
Bei einer Bilgepumpe könnte es vielleicht gehen. Pumpe ein Gehäuse und Motor ein Gehäuse, beide getrennt. Die Übertragung mit einer kleinen Welle dazwischen. So kann das Wasser von der Pumpe, was durch die Wellen-Dichtung kommt, vor dem Motor abtropfen und nicht in den Motor gelangen.
Ich habe defekte Pumpen und Winschmotore auseinander genommen. Korrosion und Rost sind immer die Ursache für den Ausfall gewesen.

Gruss Lothar
Du schriebst:
Und außerdem glaube ich nicht, daß überhaupt Wasser ins Motorgehäuse eindringt (Kond.-Wasser aber schon).
Das glaube ich nicht. Die Dichtungen werden mit der Zeit durchlässig.

gibsea106
Stegsegler
Stegsegler
Beiträge: 16
Registriert: 5. Jan 2003, 16:54
Wohnort: A - 1040 Wien
Kontaktdaten:

Beitrag von gibsea106 » 7. Jan 2003, 11:10

Servus Lothar, danke für Antwort !

@Wasserdicht:
Habe den Motor im oberen Bereich mit ziemlich viel wasserfestem Fett eingeschmiert, sollte jeweils eine Saison halten...

@Heizung, Pumpe...
Jetzt verstehe ich Dich. Ist mir aber echt zu aufwendig, da gäbe es wichtigere Probleme am Schiff zu beheben.

Bin ja schon neugierig, wie meine Winch heuer im Frühling aussieht, und ob sie noch funktioniert...

Auf jeden Fall danke für Tipps,

Liebe Grüße von Martin



Wie ist aber Eure Meinung zum Thema :" Ankerwinch, wichtig JA /NEIN ?"

Harry
Stegsegler
Stegsegler
Beiträge: 18
Registriert: 16. Dez 2002, 19:02
Wohnort: Strmk/Austria

Beitrag von Harry » 8. Jan 2003, 21:13

Ankerwinsch wichtig? Meine Meinung...JA
Auch bei kleineren Booten, wenn man denn kleinere Wewehchen besonders im Rücken hat.
Feuchtigkeit ist so eine Sache.....wie bekommt man die Feuchtigkeit aus Räumen? >>> Lüften und Heizen
Nun ist das mal so eine Sache, mit elektrischer Energie zu heizen.
1. benötigte Zusatzenergie ("Verbrauch")
Um einen Effekt zu erzielen, dürfte da schon ein wenig mehr "verpulvert" werden.
2. Querschnitterhöhung der Zuleitung bzw. separate Leitung + Zubehör.
Zusatzkosten, Aufwand und evtl. Zusatzschaltungen.
3. Sicherheit
Muß ich dazu noch was besonderes schreiben?

Im Betrieb sollte das Teil doch eh so warm werden, das Kondensat, wie mit einer Heizung, sich verflüchtigt.
Alternative: mal über ne hydrauliche Lösung nachdenken......sind aber teure Gedanken, ich weiß..... :confused2:

gruß
Harry

Benutzeravatar
johannes
Wachführer
Wachführer
Beiträge: 249
Registriert: 2. Mär 2003, 14:40
Wohnort: 47°28N 08°47E + SY JOHN'S LAST

Beitrag von johannes » 22. Okt 2003, 22:00

nach anderthalbjährigem dauereinsatz und an die hundert ankermanöver möchte ich meine elektrische ankerwinde nicht mehr missen. auf gar keinen fall.
bei meinem boot ist der elektromotor der ankerwinch unter deck, im bootsinnern, hinter dem kettenkasten, im vordersten stauraum montiert. magnus rassy ist der meinung, dass das der einzige ort wäre, wo der motor längerfristig überlebt.
johannes, sy john's last
mmsi: 269 362 000
call sign: hby 3860 / hb9 rpq

Antworten

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast