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Verhalten bei Gewitter auf offenem Seeraum

Gerade wenn man alleine segelt, ist die Sicherheit ein heikles Thema...

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johannes
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Verhalten bei Gewitter auf offenem Seeraum

Beitrag von johannes » 22. Mai 2003, 23:40

einiges haben wir hier schon besprochen. auch das einparken in die box bei seitenwind mit 8 bf!!! ich möchte jetzt gerne ein ernsthafteres thema ansprechen: wie verhält sich der einhandsegler, wenn er auf offenem seeraum von einem gewittersturm überrascht wird? ich hab das persönlich erlebt, wie sich innert 10 minuten aus einem diesig blauem himmel mit 5-6bf wind überraschend ein orkanartiger gewittersturm entwickelte. es blieb kaum zeit die segel einzuholen bis uns die gischt und der regen gleichermassen waagrecht um die ohren flogen. dazu kam die angst vor den rund herum einschlagenden blitzen. wie verhält man sich in so einer situation. was hat man für möglichkeiten?
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Tamino
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Beitrag von Tamino » 23. Mai 2003, 14:02

Hallo Johannes,
die technischen Voraussetzungen hatten wir ja schon geklärt.
Ich würde nach Bergen der Segel und Festlaschen aller beweglichen Gegenstände unter Deck gehen und mich möglichst fern von Wantenpüttings, Mast und Maschine halten. Wenn möglich Radar beobachten und Funk abhören.
Im freien Seeraum ist das Gewitter ja noch am ungefährlichsten.
Mein letztes schweres Gewitter erwischte mich auf der Elbe in einer Biegung. Ich sah nichts mehr, wußte aber , daß ich auf dem Kurs mehrerer Frachter lag. Eine sehr vertrackte Situation ohne Radar.
Das Gewitter konnte ich so gar nicht beachten.
Auf der freien Nordsee habe ich mich wie oben beschrieben verhalten.
Angeblich soll der Mast bei der salzig-leitenden Gischt-Atmosphäre für den Blitz keinen besonderen "Reiz" darstellen.
Grüße von der Nordsee
Jens

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johannes
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Beitrag von johannes » 23. Mai 2003, 19:37

Tamino hat geschrieben:.....Angeblich soll der Mast bei der salzig-leitenden Gischt-Atmosphäre für den Blitz keinen besonderen "Reiz" darstellen.
das hingegen tönt nicht schlecht, lieber jens. hast du dazu irgendwelche quellenhinweise?
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Beitrag von Sonnensegler » 27. Aug 2003, 17:47

Eine Trennstelle für's Funk im Masttop soll noch wichtig sein, damit im Falle des Einschlags nicht das Kabel ableitet, sondern der Mast (hoffentlich ausreichend geerdet ins Wasser) ... Für mich mit eine der unangenehmsten Situationen auf dem Wasser :( Traue weder dem mast noch der Erdung bei so geballter Energie ... und Auswege gibt es nicht wirklich ... Flucht meist, selbst wenn man Zugrichtung erkennt unmöglich (weil man selbst zu langsam ist)

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Beitrag von peterk » 31. Aug 2003, 02:46

hi,

ich nehme bei Gewitter im offenen Wasser beide Batterie Kabel
ab.
Hilft angeblich -
Die Elektronik kann trotzdem im Arsch sein.

Der ehem.XO(Executive officer) des Carrier's 'Enterprise
erzaehlte mir, dass nach einem Blitschlag auf dem monster
ALLE Elektronik weg war!

In Golfito Costa Rica schlug der Blitz in den Mast einer
Ketch 50 m von Tehani ein.

Zwischen Galapagos und Cosos haute ein Blitz etwa
30m von Tehani ins Meer.
Beide Male geschah T.und mir(ausser dem Schreck) nichts.

In La Paz Mexico wurde ein Boot inmittenjvon fast 100
andren getroffen - alle Elektronik hin.
das war fuer jenres Boot das zweite Mal
- Das heist Blitze diskriminieren
warum weiss der henker

...peter, www.juprowa.com/kittel

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johannes
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Beitrag von johannes » 3. Sep 2003, 21:15

hallo sportsfreunde.

in der eingangs beschriebenen situation habe ich so weit moeglich saemtliche elektronik vom netz genommen. also alle stecker, antennen etc. raus. auch beim radar. dann wie peter, das bordnetz von der batterie getrennt. bei mir ist das mit dem 2-poligen hauptschalter moeglich. anschliessend hatten wir noch etwas zeit zum beten, bis sich das gewitter schliesslich so schnell verzog, wies gekommen ist.

hier in der suedtuerkei ist es immer noch schweinisch (43grad) heiss. am freitag soll dann der von allen sehnlichst herbeigesehnte temperatursturz um mindestens 10grad stattfinden.
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Franz A.
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Beitrag von Franz A. » 20. Sep 2005, 08:55

Ich bekam mal den Tip, in bei Gewitter noch den Motor zu starten und im Leerlauf . Weil vor einem Blitzeinschlag geht das sicher noch, danach vielleicht nicht mehr. Klang für mich einleuchtend.

blur
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Beitrag von blur » 21. Aug 2014, 15:55

Ich würde den Motor bei einem Gewitter nicht anlassen.

Dorade
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Verhalten bei Gewitter auf offenem Seeraum

Beitrag von Dorade » 24. Nov 2014, 09:46

Beim Einschlag in den Mast sollten eigentlich die vielen Mastabspannungen ja das innenliegende Boot schützen. Dazu wäre es nur gut, wenn die auch mit dem (Salz-)Wasser in direktem Kontakt stünden um den Biltzstrom sauber abzuleiten. Die Durchmesser der Wanten sind dafür ja ok.

Ich hatte mir dazu schon einmal einen Blitzableiter gebaut - aus einen Stahlseil (2m, 4 mm) auf das ich einige dünne VA-Bleche (200 mm Durchmesser) aufgefädelt hatte - das lässt sich zum Verstauen zu einem kleinen Paket zusammenlegen. An das untere Ende einer Topwante angeschlagen sollte das den Blitz ins Wasser leiten. Hab's dann auch als HF-Erder zum Kurzwellenfunk benutze. Aber als Blitzschutz hat sich das bisher zum Glück nicht bewähren müssen....
Super-Dorade 22 / alter Kimmkieler aus Bordeax
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