Befestigung von Windgenerator, -steuerung, Radar usw am Heck

All die kleinen (oder großen) elektrischen, elektronischen oder auch mechanischen Helferlein, die die Crew (fast) ersetzen können

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Tobias
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Befestigung von Windgenerator, -steuerung, Radar usw am Heck

Beitrag von Tobias » 5. Jan 2003, 14:33

Hallo zusammen,
ich bereite grad mein Boot für längere Touren vor und stehe vor einem Problem.
Blauwasserüblich kommt ja eine ganze Menge zusätzliches Zeug an Bord, das irgendwo untergebracht werden muss.
Damit meine ich vor allem die zusätzliche (Sicherheits-) Ausrüstung.
Da wird es schnell ganz eng am Heckspiegel (9 Meter GFK)

Vor allem mache ich mir allerdings Sorgen, dass der Rumpf das aushält!
Ich habe einen Windgenerator an einem 3 Meter Träger am Heckspiegel befestigt und mit zwei 45° geneigten Nirorohren fixiert.
Wegen des riesigen Hebels und 10 kg Topgewicht verzieht sich aber jetzt der gesamte Heckspiegel um einige Millimeter, wenn ich am Träger rüttel.
Ähnlich ist es mit der Windsteuerung, die eine etwa 10x20 cm große Auflagefläche hat.

Wenn ich am unteren Ende des Servosruders anfasse, kann ich den Spiegel einige Grad "verbiegen".
Sicherlich liegt es auch hier an dem großen Hebel (etwa zwei Meter), denn ich kann mich problemlos auf jedes Teil stellen, ohne den geringsten Effekt.

Die Frage ist halt, wie sich diese ständige (?) Bewegung auf das Material auswirkt.
Oder ist das bei GFK-Booten unvermeidlich?

Um die Last nicht zu groß werden zu lassen, werde ich das Radar-Gerät wohl in den Mast verbannen, und keinen dritten Träger parallel zum WindGen hinten dranmachen zu müssen.
Und der Aussenborder passt auch nicht mehr.
Was haltet Ihr von einem Träger am Mast, durch das Babystag geschützt?

Tatsächlich kann ich die Kräfte, die auf Windsteuerung und -Generator wirken, gar nicht einschätzen.

Für Tips bin ich aufrichtig dankbar, denn wenn was abbricht, fehlt mir ja nicht nur ein Stück Ausrüstung, sondern vermutlich auch ein Stück Heckspiegel :?

Schönen Gruss,
Tobias

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Beitrag von Markus » 5. Jan 2003, 15:04

Hallo Tobias,

...und herzlich willkommen...

die Statik Deines Systems scheint am Heckspiegel nicht ganz ausgereift zu sein und sollte verbessert werden, da durch die Bewegung nicht nur das GFK definitv kaputt gehen wird, sondern auch anderweitig Undichtigkeiten entstehen werden...

Leider kann ich mir kein richtiges Bild davon machen... hast Du eins, das Du mir mailen kannst, damit ich es hier einstellen kann???

Hatte Statik zwar nur bis zum Vordiplom, aber selbst mit meinem Leistungskurs Physik sollte das in den Griff zu bekommen sein (auch wenn's schon 20 Jahre her ist... :wink: )

Ciao
Markus
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Bilder...

Beitrag von Tobias » 5. Jan 2003, 15:08

Oki, doki,
ich werd sobald ich mal wieder in der Halle bin ein paar Bilder machen.
Es ginge natürlich, durch allerlei Querstreben die Auflagefläche "virtuell" zu vergrößern, aber wie sieht denn das aus?!?

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Beitrag von Markus » 5. Jan 2003, 15:14

Das muß man ja nicht offen zeigen :wink:

ist doch eh durchgeschraubt... da kann man die "Versteifung" auch innen machen... :confused2:

laß' aber erst mal sehen :shock:
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Heckstabilität

Beitrag von Lothar » 5. Jan 2003, 15:30

Hallo, ich würde den Mast am Heck so befestigen, daß man ihn mit wenigen Handgriffen umlegen kann. Natürlich mit einer sicheren Befestigung. Den Mast mit einem Klappfuß, das Kabel lang genug.Gilt für den Mast mit dem Windgenerator. Radarantenne sowie so in den Mast.
Gruss
Lothar

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Beitrag von gibsea106 » 5. Jan 2003, 21:05

Hi !

Paßt vielleicht nicht 100%ig hier rein, aber trotzdem:

Sollte ich nochmal ein Schiff von grundauf renovieren, so würde ich um einen (häßlichen) Geräteträger (auch TargaBügel genannt) nicht herumkommen.

Ich habe am Heck des Schiffes einen fürchterlichen "Salat" an div. Antennenmasten, BiminiTopStützen, Masten für Solarzellen, Montageplatz für AB usw.

Hätte ich damals schon gewußt, was im Lauf der Zeit so alles dazukommt, ich hätte gleich von anfang an einen RIESIGEN Bügel über das gesamte Cockpit konstruiert, an dem dann ALLE Dinge montiert werden. Schaut zwar häßlich aus, aber es zählen im Leben ja eh nur die inneren Werte...


Radarantenne am Mast? Ja, aber gaaaanz weit unten (wegen Schiffschaukelei!)


Liebe Grüße von Martin

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Weg mit all den Masten...

Beitrag von Tobias » 18. Jan 2003, 20:06

Hab mich heute ein paar Stunden mit einem Niro-Schlosser durch die Backskiste gewühlt und dann beschlossen, den Mast für den Generator wieder abzubauen, weil der Heckspiegel insgesamt zu schwach ist, die Kräfte aufzunehmen.
Wir werden jetzt einen Geräteträger bauen, der seitlich am Cockpitsüll ansetzt und wie ein Überrollbügel über das Cockpit geht.
Da kommen dann Generator, Radar und GPS-Antenne drauf.
Ist auch besser, weil wir dann die Aries am Spiegel besser verstreben können, weil ja da auch grosse Kräfte zu erwarten sind.
Das ganze wir irgendwie noch in den vorhandenen Heckkorb integriert und hat dann 8 Ansatzpunkte für ausreichende Steifigkeit.
Scheint ne saubere Lösung - wenn es auch noch bezahlbar bleibt :-)

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Beitrag von gibsea106 » 20. Jan 2003, 23:29

Hi !

Ich will Dich jetzt nicht verwirren; vielleicht hast Du eh schon daran gedacht:

- Zieh gleich von Anfang an ein paar Reservekabel mir ein. Das geht am Leichtesten beim Bau des Bügels, und wenn Du welche hast, dann wird auch nie ein in Betrieb befindliches kaputtgehen (Murphy's Law). Oder zieh einfach Schnüre ein (quasi Einzieh"drähte"), für den Fall des Falles...

- Vielleicht hast Du noch Platz für das Hecklicht, finde ich praktisch wenn es oben ist, weil es nirgends spiegeln kann (sonst unangenehmes Blenden)

- Solarpaneel scheinst Du nicht zu wünschen, ist aber schade zu vernachlässigen. Wie auch immer, verdrahten kannst Du es ja jetzt schon, montieren erst in 5 Jahren...

- Reserveankerlicht kann man auch am Bügel montieren (unpraktisch wegen Blendung, praktisch wegen "besser gesehen werden")

- und laß Dir viele kleine Augen auf den Bügel schweißen, für alles mögliche zum Anbinden usw.

- Blitzlicht ist auch praktisch am Bügel und nicht im Topp

- Eventuell Radarreflektor gleich in die Konstruktion mit einbauen; vielleicht kann man das "designerhaft" integrieren

- auch die Passarella-Aufhängung kann man über den Bügel fahren

- Alles was an Deck sonst irgendwo stört oder mangelhaft befestigt ist, hätte ich gerne auf dem Bügel: Angelrutenhalter, Biminikonstruktion(+Wassersammler), AB-Halterung, ....


...ich beneide Dich um Deinen Bügel. Ich habe ja wie erwähnt alles kreuz und quer am Heck montiert, und nicht die Energie im Kopf, alles abzureißen und einen Bügel zu machen, obwohl die Dinger soooooo praktisch sind.

Liebe Grüße von Martin

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Beitrag von Markus » 24. Jan 2003, 00:16

Hm, die Ereignisse und Entscheidungen überschlagen sich... dabei bin ich jetzt erst dazu gekommen Tobias Bilder hier einzustellen :cry:

Anklicken zum Vergrößern!

Bild

Bild

Mein Vorschlag bleibt nach wie vor eine Verstrebung (Profilstahl) von Innen über die gesamte Spiegelbreite und Höhe. Klingt aufwändig, ist aber ganz simpel... Deine jetzigen Auflager würden auch in einer größeren Ausführung den Spiegel quälen...
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Beitrag von johannes » 2. Mär 2003, 18:11

einzig richtige entscheidung, tobias,

das mit dem geräteträger. und lass dich durch gar niemanden wieder von diesem entschluss abbringen.
geräteträger werden über kurz oder lang in mode kommen und dann an allen fahrtenjachten zu sehen sein.

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Beitrag von Lothar » 2. Mär 2003, 18:24

Hallo Tobias, Du schreibst:
Mein Vorschlag bleibt nach wie vor eine Verstrebung (Profilstahl) von Innen über die gesamte Spiegelbreite und Höhe. Klingt aufwändig, ist aber ganz simpel... Deine jetzigen Auflager würden auch in einer größeren Ausführung den Spiegel quälen...
Ich würde von innen eine größere Niro-Platte, oder eine dicke Holzplatte einlaminieren. So werden die Kräfte besser auf das Heck verteilt. Eine Verstrebung nimmt doch nur Platz weg und bringt nicht so viel.
Gruss
Lothar

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Beitrag von Markus » 2. Mär 2003, 18:50

Hey Lothar,
das habe [glow=orange]ich[/glow] doch geschrieben... :confused2:

Aus statischen Gesichtspunkten: Alles was nicht bis zu den Kanten des Hecks geht (also Deck und Rumpfseiten) verlagert die Bewegung und Schädigung nur an andere (genauso labile) Stellen.

Vielleicht zur Erläuterung der Verstrebung: Es geht nicht um Diagonalen durch den Raum, sondern um auf die Innenfläche des Hecks aufgebrachte Profilstähle (z.B. L- oder U-Stahl), die bis zu den Kanten reichen müssen. Diese können durch die Profilierung (Faltung) viel leichter sein als eine (statisch extrem labile) Platte.

Die Geräteträger-Variante kann ich (aus technischen, nicht optischen) Aspekten unterstützen, nur ist damit vermutlich der Selbststeueranlage nicht geholfen, oder???
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Beitrag von Lothar » 2. Mär 2003, 19:30

Markus, das verstehe ich schon. Die Verstrebungen sollen die Kraft auf die Seitenflächen übertragen.
Ist es aber nicht so, wenn z.B. ein Sturm, 8 oder mehr ist. Dann nimmt man die Fahne sowie so ab. (haben wir auf dem Atlantik so gemacht) Die Fahne wird doch nur bei leichten stetigen Winden eingesetzt. Deshalb meine ich, daß eine einlaminierte Holzplatte vollkommen ausreicht.
Lothar
Du meinst es so ?:
Bild

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Beitrag von Markus » 2. Mär 2003, 20:03

Nein, ich meine es so: (die Profile sind nicht maßstäblich!)
[align=center]Bild[/align]
Es bleibt alles in der räumlichen Ebene des Heckspiegels. Die Profile können natürlich auch waagerecht oder diagonal laufen, je nach sonstiger Ausrüstung.
Das Entscheidende ist die Krafteinleitung an der Kanten und nicht in der Fläche.
Ein gewölbter Heckspiegel könnte die Kräfte im übrigen locker einstecken, aber ein planer ist im Vergleich zu den gekrümmten Flächen des Rumpfes gegenüber einem solchen Drehmoment (Biegung) aufgeschmissen.

Ich würde im übrigen auch bei Sturm die Selbststeueranlage nicht abbauen (wenn ich sie nur erst mal dran hätte...), sondern "freigeben", dann kann sie keinerlei Widerstand bieten und auch nicht kaputtgehen, aber wäre im Zweifelsfalle einsatzbereit! (ist aber natürlich graue Theorie, sorry!)
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Beitrag von Lothar » 3. Mär 2003, 09:29

Gut erklärt Markus, man kann sich richtig reinfühlen, wenn sich was biegen will.
Lothar

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