Sturmfock. Unnötig, nice to have, muss sein?

Einhand-Segler diskutieren über sinnvolle und überflüssige Ausrüstung und geben Erfahrungen weiter

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johannes
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Sturmfock. Unnötig, nice to have, muss sein?

Beitrag von johannes » 29. Okt 2003, 19:33

boote forum user erinnern sich. jl ist gemäss vorschrift der zuständigen zulassunsbehörden mit einer sturmfock ausgerüstet. grösse und ausführung hatten wir dort ausführlich diskutiert. ich hab das ganze dann auch noch bebildert. für mich ist die angelegenheit soweit klar. doch wie sieht das für boote aus, die nicht einer ausrüstungspflicht unterworfen sind.

wer hat so ein tuch in seiner segellast und weshalb?

wer hat keines und wäre schon froh gewesen um eines?

und zu guter letzt:

wer hat keines und sieht auch gar keinen grund, je eines anzuschaffen?

auf euere antworten bin ich sehr gespannt.
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Tamino
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Beitrag von Tamino » 29. Okt 2003, 22:11

Hallo Johannes,
habe keine Sturmfock und auch noch nie eine besessen. Für Deine Fahrten würde ich mir wohl eine anschaffen, da Du ja wiederholt lange Strecken weitab vom Festland segelst. Für die Dauer von Stunden bis 2 Tagen ,meine ich. reicht auch die stabile Rollfock aus...
Grüße von der Nordsee
Jens

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johannes
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Beitrag von johannes » 30. Okt 2003, 10:41

danke, jens, für deinen beitrag.

zusatzfrage: was machst du, wenn bei wirklichem starkwind die aufroll-leine bricht und die fock oder genua zur vollen grösse ausrauscht?

ich hatte mal zug auf der schot der sturmfock dass mir angst und bange wurde, ob die das wohl lange aushält.
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Beitrag von Tamino » 30. Okt 2003, 20:50

Hallo Johannes
ich würde versuchen, die Genua aus der Nut zu ziehen und zu bergen. Könnte allerdings sein, daß der Druck zu groß ist...
Grüße von der Nordsee
Jens

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Beitrag von johannes » 30. Okt 2003, 21:24

jens,

da hab ich meine bedenken. bei belegter schot ist der druck so stark, dass aus der nut ziehen kaum möglich sein wird. bei gelöster schot flattert und schlägt segel und schot so stark, dass es mühe machen wird überhaupt etwas fassen zu können.
aber vielleicht hat da jemand praktische erfahrung mit. ausgangslage ist ausrauschen der aufgewickelten genua bei starkwind.
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peterk
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Beitrag von peterk » 2. Nov 2003, 19:00

hi fellow solo freaks!

Ich hab auf Tehani ein Sturm stagsegel
eine kleine und eine normale sturm fock
und ein reffbares trysail.
Hab ich leider alle schon oefters verwendet.

das sturm stagsegel traegt fast immer zum bessren selbssteuern bei

Die Sturmfocken helfen da auch mit, ich verwend sie auch zum experimentieren auf Langfahrt und(selten) am Achterstag vor Anker
als Anti-Schwoj(dieses Wort hab ich grad erfunden)

keep on truckin' mama....

...peter

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Beitrag von johannes » 3. Nov 2003, 13:17

vielen dank, peter,

für deinen wichtigen beitrag. so ganz unnötig sind die kleinen tücher offenbar auch aus sicht eines erfahrenen langzeitseglers nicht.
um die geschichte meiner sturmfock nochmals aufzurollen zeige ich den link.
auf seite zwei, gegen schluss ist der segelplan ersichtlich und die bilder sind dann am schluss von seite drei.

http://www.boote-forum.de/phpBB2/viewto ... =sturmfock

zum stabilisieren des bootes am ankerplatz habe ich die sturmfock noch nie eingesetzt. bei gelegenheit werde ich das versuchen und mal probehalber an der dirk und auch mal am achterstag anschlagen.
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Ventum
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Beitrag von Ventum » 5. Jan 2004, 10:17

johannes hat geschrieben:...
zum stabilisieren des bootes am ankerplatz habe ich die sturmfock noch nie eingesetzt. bei gelegenheit werde ich das versuchen und mal probehalber an der dirk und auch mal am achterstag anschlagen.
Hallo Johannes,
bin nun auch hier eingetroffen... :thumbs:

Hast Du das inzwischen mal ausprobiert?
Wenn ja, wie waren die Erfahrungen?
Gruss
Helmut

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Beitrag von johannes » 5. Jan 2004, 13:34

hallo helmut,

herzlich willkommen hier. schön, dass du auch da bist. :thumbs:

leider hatte ich bisher keine gelegenheit dazu. meistens sind die vielen ankerbuchten in der südtürkei gut windgeschützt. zudem verwendet man öfters eine heckleine zum land. dann ist schwojen eh kein thema.
ich weiss aber von anderen gelegenheiten, dass jl ab gewissen windstärken sehr unruhig vor anker liegt. darum ist das ganze für mich schon ein thema. ich werde die von peter in erinnerung zurückgeholte methode mit sicherheit bei nächster gelegenheit testen und hier exclusiv darüber berichten.
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Charly_I
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Beitrag von Charly_I » 6. Jan 2004, 16:03

johannes hat geschrieben:danke, jens, für deinen beitrag.

zusatzfrage: was machst du, wenn bei wirklichem starkwind die aufroll-leine bricht und die fock oder genua zur vollen grösse ausrauscht?

ich hatte mal zug auf der schot der sturmfock dass mir angst und bange wurde, ob die das wohl lange aushält.

Hallo Johannes!
dazu fällt mir ein persönliches Erlebnis ein.

Wir kamen mit einer gechartertern Dehler 37 CWS in den Hafen von Burgtiefe. Es kachelte ganz ordentlich, ich denke so um 5-6 WS. Wir liefen mit gerefften Segeln ein und wollten kurz vor der Einfahrt in das Rundbecken den Rest der Genua einrollen. Nur leider hatte der Genuamann vergessen, die Reffleine loszuwerfen. Die Elektrowinsch mit ihrer unbändigen Kraft zerriß natürlich die Leine und die Genua wehte uns weit voraus. Die Maschine lief natürlich schon und Gott sei Dank gab es durch die Wohnhäuser auch etwas Abdeckung. Wir sind trotzdem ganz schön rumgeeiert.

Wenn das also bei Sturm passiert (wenn man also die Genua schon bis auf Sturmfockgröße gerefft hat), dann kannst Du Dich aber nur warm anziehen. Wahrscheinlich ist die Genua dann überhaupt nicht aus der Keep zu ziehen. Man muss dann die Leine knoten und versuchen, wieder einzurollen, wenn es bei dem Winddruck dann überhaupt noch geht.

Ich möchte diese Situation auf keinen Fall erleben. Deshalb halte ich eine Sturmfock auf jeden Fall für sicherer und werde mir für die neue Saison eine zulegen.

Alles Gute für das neue Jahr - auch allen hie rim Forum.

Gruß
Charly_I

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Beitrag von Charly_I » 6. Jan 2004, 16:08

peterk hat geschrieben:hi fellow solo freaks!

am Achterstag vor Anker
als Anti-Schwoj(dieses Wort hab ich grad erfunden)

keep on truckin' mama....

...peter
Hallo Peter!

Kannst Du das mal genauer erläutern?

Läßt Du sie dann einfach auswehen, oder wo schlägst Du sie an?

Gruß
Charly_I

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Beitrag von johannes » 6. Jan 2004, 20:44

vielen dank, charly, für deinen beitrag.

genau so hab ich mir das vorgestellt. das ausgerauschte vorsegel wird bei wirklichem starkwind innert kürzester zeit zerreissen oder das ganze rigg von oben holen. ich hab in letzter zeit verschiedentlich erlebt, wie unheimlich gross die windkräfte bei sturm sein können. zu deinem entschluss eine sturmfock zu zulegen kann ich dir nur gratulieren.
vor endgültigem kaufentscheid empfehle ich dir, meine schlussfolgerungen im bf nachzulesen. möglicherweise kannst du damit viel geld sparen.
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Beitrag von Charly_I » 7. Jan 2004, 21:03

johannes hat geschrieben:vielen dank, charly, für deinen beitrag.

vor endgültigem kaufentscheid empfehle ich dir, meine schlussfolgerungen im bf nachzulesen. möglicherweise kannst du damit viel geld sparen.
Hallo Johannes!

Der Tipp mit dem angenähten Segelstreifen incl. eingearbeiteter Kauschen klingt echt logisch! So kann man die Sturmfock ruck zuck über die eingerollte Genua ziehen!

Allerdings kann man die Sturmfock dann nicht mehr wegrollen! Da muß ich noch mal drüber schlafen, ob das sinnvoll ist!?

Gruß
Charly_I

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Beitrag von johannes » 8. Jan 2004, 10:11

hallo charly,

wegrollen geht auch wegen des falls nicht. einholen kannst du das segel genau gleich, wie jedes andere stagreiter-segel. irgendwelche probleme oder umstände hat das bei mir nie gegeben.
übrigens: ich würde den segeltuchstreifen nicht annähen und eine preisgünstige stagreiter-sturmfock verwenden.
wenn du am ersten wochenende an der boot bist, könnte ich dir das gerne genauer erklären.
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Beitrag von Charly_I » 12. Jan 2004, 08:54

Hallo Johannes!

Habe Dein System schon verstanden. Das Problem, das ich dabei sehe ist die Tatsache, dass bei Deiner Lösung das zusätzliche Segeltuch für das Vorstag lose ist und beim Anbringen im Sturm schnell über Bord gehen kann. Bei meiner Idee, einen Teil des Haltesegels an die Sturmfock anzunähen, kann dies nicht mehr passieren und ich habe nur mit einer Öse zu kämpfen und nicht mit zweien!

Zur Boot fahre ich am Montag, da ich am Wochenende durch eine Familienfeier blockiert bin.

Viel Spaß in Düsseldorf und allzeit weiter "Gute Fahrt"

Gruß
Franz-Josef

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